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Im Interview mit buten un binnen zum Thema Drohne

Florian Vogt und Alexander Wulf im Interview mit buten un binnen über die Einsatzmöglichkeiten und neuen Regeln zum Betrieb von Drohnen. Florian von der Bremer Landesluftfahrtbehörde berichtet zum Betrieb von Drohnen. Was gibt es dabei zu beachten und an welche Auflagen muss ich mich halten. Wie hoch können Strafen bei Missachtung ausfallen und wie hat sich der Bereich in den letzten Jahren entwickelt. Alexander, Fernpilot und Drohnen Manager Bremedia Produktion berichtet zu den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. Wie weit die Automatisierung beim Betrieb von Drohnen fortgeschritten ist und was ich mit den gewonnen Daten anfangen kann. Außerdem das es ein abwechslungsreicher Job ist.

Rehkitzrettung

Jedes Jahr im Frühling kommt es immer wieder zum gleichen Problem: den Landwirten und Grundbesitzern bleibt nur ein kurzes Zeitfenster, um die Wiesen und Weiden abzumähen um Futter für ihr eigenes Vieh heranzuschaffen. Genau dieser Zeitraum überschneidet sich mit dem Nachwuchs im Tierreich und wo Mensch und Maschinen auf die Tierwelt trifft, kommt es vereinzelt zu Opfern. Laut Statistik fallen jährlich bis zu 100.000 Tiere den Mähmaschinen zum Opfer.

Warum und welche Folgen gibt es?

Durch den angeborenen Duck/Andrückreflex bleiben die Kitze regungslos auf ihrem Platz im hohen Gras liegen. Dadurch sind sie gut vor ihren natürlichen Feinden geschützt, aber für den Menschen eben kaum zu erkennen.
Für die Landwirte entsteht nicht nur ein finanzieller Schaden durch verseuchtes Nutztierfutter aufgrund der Tierkadaver, auch für die Maschinenführer ist es eine unangenehme Angelegenheit.

Wozu Drohnen?

Unsere Drohnen sind ein nützlicher Helfer in Sachen Kitzrettung. Mit hochauflösenden Kameras wie Wärmebild(IR=Infrarot) und Zoom Kameras sind wir effizient und schnell in der Befliegung der Wiesen und Weiden und spüren Kitze für die Retter auf. WICHTIG ist dabei, die Abstimmung und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten, sprich Landwirten, Grundbesitzern, Lohnunternehmern, Jägern und den Wildtierrettern.

Wie läuft typischerweise die Rettung ab?

Im Vorfeld werden durch die Landwirte, Lohnunternehmen und Grundbesitzer die zu mähenden Wiesen und Weiden festgelegt, genauso wie den wahrscheinlichen Zeitpunkt, an dem die Felder bewirtschaftet werden. Danach erfolgt die weitere Abstimmung und Planung der Einsätze zusammen mit den Hegeringen oder vereinzelten Jägern und Helfern. Idealerweise werden Weiden und Wiesen welche dicht beisammen liegen zusammengefasst, dies ermöglicht einen noch effizienteren Einsatz der Drohnen, als auch der Retter. Gerade die Planung für alle Helfer, wie z.B.
  • die Weiden und Wiesen angefahren werden können
  • wo platzieren sie sich für kurze Laufwege
  • Funkgeräte für die Kommunikation
  • Smartphones für die Geokoordinaten
  • Kopflampen für den frühen Start
  • Sichere Transportschutz für die Tiere, wie z.B. die Rehkitzbox https://www.rehkitzbox.de
ist im Vorfeld elementar um im Feld nicht unnötig Zeit zu verlieren.
Wenn wir als Drohnen-Piloten bei der Befliegung der Ländereien Kitze und andere Jungtiere ausfindig machen, übermitteln wir die Koordinaten oder zeigen anhand der Drohne die Position des Tieres an. Ein bis zwei Helfer machen sich dann auf den Weg zum Tier, am besten mit einer stabilen, sicheren Transportbox mit Löchern zum Atmen und so gebaut, dass die Tiere sich nicht in ihnen verletzen können. Wäschekörbe sind denkbar ungeeignet dafür! Die Rehkitzbox ist da ein idealer Begleiter für die Rettung von Jungtieren. Die große Stabilität, bei geringem Gewicht überzeugt. An beiden Seiten befindet sich eine Griffmulde. Damit lässt sich Die-Rehkitz-Box auch von nur einer Person heben und transportieren. Das Gute: Die Rehkitzbox lässt sich mehrmals verwenden und ist zusammengefaltet platzsparend in der Lagerung.
Achtung: wurde ein Rehkitz gefunden, darf dieses nicht einfach per Hand umgesetzt werden. Ein berührtes Rehkitz nimmt den Geruch des Menschen an und wird dann oft von seiner Mutter „verstoßen“ / nicht weiter betreut. Es sollten daher Handschuhe getragen werden und zusätzlich das Rehkitz in viel abgerissenes Gras „eingepackt“ werden, sodaß selbst die Handschuhe das Rehkitz nicht direkt berühren.
Nach der Rettung kümmern sich die Jäger um das sichere Aussetzen, sodass die Jungtiere nicht direkt wieder zurück ins zu mähende Feld laufen und nach ihren Müttern rufen können.

Welche Drohnen setzen wir ein?

Die von uns eingesetzten Drohnen sind unter anderem die DJI Matrice 300 RTK mit dem H20T Kamerasystem. Hier haben wir eine Flugzeit von bis zu 45 Minuten, eine hochauflösende Wärmebildkamera, gepaart mit einer 4k 23-fach optischen Zoomkamera, sowie Laser Range Finder zum ermitteln der Koordinaten der zu rettenden Tiere.
Des Weiteren setzen wir auf die kleine DJI Mavic 2 Enterprise Advanced. Ganz neu auf dem Markt ist sie der ideale Einstieg in die Kitzrettung. Auch sie ist ausgestattet mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera und einer 4K Zoom Kamera, hier allerdings nur digital. Die Flugzeit beträgt bis zu 30 Minuten, sie kann auch mit einem Scheinwerfer oder Lautsprecher ausgerüstet werden, um aus der Luft Anweisungen an die Helfer zu übermitteln.
Ausgerüstet sind wir zusätzlich mit KFZ Ladegeräten und Generatoren um im Feld unsere Akkus für die Drohnen nachladen zu können. Somit könnten wir non-stop im Einsatz sein.
Wir weisen darauf hin, dass wir lediglich unterstützend bei den Suchen sind und übernehmen nicht die Verantwortung oder garantiert, dass die Felder frei von Rehkitzen oder anderen Jungtieren sind.
Wir sind uns auch im Klaren, dass man unter Umständen auch Augenzeuge einer Vermähung wird (also eines getöteten oder schwer verletzten / verstümmelten Rehkitz, welches übersehen wurde).
Der Anblick ist nicht der Beste, ich erspare hier Beispielbilder, gibts genug im Netz.

Gibt es eine Plattform zur Koordination aller Beteiligter?

Aber klar! Um die Koordination und Planung zu verbessern und alle Beteiligten zu vernetzen hat der Bundesverband Copter Piloten e.V.  zusammen mit der kitzrettung-hilfe.de mit dem Unternehmen Webart Agrar Robotik GmbH eine Plattform „Die Rehkitzretter“ ins Leben gerufen, auf den die Planung und Durchführung koordiniert werden kann. Ihr findet sie unter folgendem Link: https://die-rehkitzretter.webaro.cloud/auth/invitation/zS60f9o8BRrWdj1 – dort könnt Ihr Euch kostenlos registrieren und der Rest ist auch völlig kostenlos.

Wir würden gerne eine Drohne anschaffen, aber sie ist recht teuer, was nun?

Der Bund fördert die Anschaffung von Drohnen zur Rehkitzrettung – eingetragene Vereine können jetzt Förderung beantragen!
Ab dem 19. März 2021 können eingetragene Vereine, zu deren satzungsgemäßen Aufgaben die Pflege und Förderung des Jagdwesens sowie des Tier-, Natur- und Landschaftsschutzes oder die Rettung von Wildtieren gehören, Fördermittel für die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildkameras bei der BLE beantragen.
Insgesamt stellt das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) drei Millionen Euro zur Verfügung, um die Anschaffung von geeigneten Drohnen zu unterstützen, mit denen zeitsparend und effektiv Grünland- und Ackerfutterflächen vor der Mahd insbesondere nach Rehkitzen abgesucht werden können, um sie vor dem Mähtod zu retten und so zum Tierschutz beizutragen.
Näheres beschreibt und regelt die Richtlinie des BMEL zur Förderung der Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildkameras zur Rehkitzrettung vom 2. März 2021.

Voraussetzungen

Auf Grundlage der Förderrichtlinie können berechtigte Vereine die Förderung von bis zu zwei Drohnen beantragen, die mit jeweils maximal 4.000 Euro gefördert beziehungsweise maximal 60 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bezuschusst werden können.
Als technische Mindestanforderungen an die Drohnen gilt die Ausstattung mit einer Echtbildkamera mit integrierter/kompatibler Wärmebildkamera, eine Mindestflugzeit von 20 Minuten und eine Home-Return Funktion. Auch die Anschaffung des Steuerungsgeräts, bis zu zwei Ersatzakkumulatoren und ein Transportbehältnis sind förderfähig.
Kosten für die Einweisung in das Gerät sowie Schulungen, die Kosten für die Pflege und Wartung, Eigenleistungen oder erforderliche Betriebsmittel sowie die Erlangung eines Drohnenführerscheins/ Fluglizenz sind von der Förderung ausgeschlossen.

Antragsverfahren

Das Antragsverfahren ist zweistufig -mit einem ersten Antrag wird über die Förderungsfähigkeit entschieden, anschließend kann ein Antrag auf Auszahlung gestellt werden.
Anträge auf Teilnahme an der Fördermaßnahme (erste Stufe) können ab sofort und bis zum 1. September 2021 gestellt werden.
Der Förderantrag kann online unter Nutzung des elektronischen Antragssystems gestellt werden. Hierfür ist ein neuer Personalausweis, die dazugehörige PIN und ein Lesegerät erforderlich. Eine Übermittlung in Papierform ist dann nicht mehr erforderlich. Alternativ kann das vollständig ausgefüllte Online-Antragsformular aber auch ausgedruckt und per Post an die BLE gesendet werden.

Wo kaufe ich meine Drohne?

Natürlich bei uns! Eurem Fachmann und Profi vor Ort. Als Globe Flight Standort in Norddeutschland liefern wir Euch nicht nur einfach Eure Wunschdrohne, sondern können Euch auch in kürzester Zeit in die Technik einweisen und fit für Eure Einsätze machen. Wir beraten Eich gerne. Weitere Infos zu den Drohnen und auch Preise findet Ihr unter www.Globe-Flight.de.

Rechtliche Betrachtung von Drohnen Einsätzen bei der Rehkitzrettung

Es ist zwingend erforderlich eine Fernpiloten Lizenz für den Betrieb der Drohne zu erwerben. Welche Qualifikation ausreichend ist, hängt vom Einsatzgebiet ab.
Die Mindestanforderungen ist der A1/A3 Lehrgang beim Luftfahrt Bundesamt abzulegen.
A1/A3 Lizenz Lehrmaterial:
A1/A3 Lizenz Training:
Sollten Sicherheitsabstände zu Wohngebieten o.a. nicht eingehalten werden können, könnte noch die A2 Fernpiloten Lizenz bei einer anerkannten Prüfstelle erforderlich sein.
A2 Fernpiloten Lizenz Bundle:
Andernfalls ist mit der zuständigen Landesluftfahrtbehörde zu klären, ob man eine Ausnahmegenehmigung erhalten kann. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass vor der bürgerlichen Morgendämmerung geflogen werden könnte.
Landesluftfahrtbehörde Bremen:
Landesluftfahrtbehörde Niedersachsen:
Des Weiteren muss der Pilot oder Betreiber der Drohne registriert sein. Dies kann sowohl eine einzelne Person, als auch ein Verein/Unternehmen sein.
Eine Luftfahrthaftpflicht-Versicherung ist genauso elementar. Hier wird eine Mindestdeckung von 1. Mio. EUR gefordert. Mehr ist jedoch nie verkehrt, gerade wenn es möglicherweise um Personenschäden geht.
Schreibt uns oder ruft uns an. Wir unterstützen Euch bei der Rettung.

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